QBuFL: Ein Vertiefungsmodul für Teamleitungen an BBS

Schloss Blankenburg im Harz ist eine wunderschöne Tagungsstätte und der Rahmen hat von Anfang an etwas beigetragen zu dem, was in diesen zwei Tagen entstanden ist. Gemeinsam mit einem Kollegen habe ich dort das Vertiefungsmodul QBuFL-BBS gestaltet. QBuFL ist eine Qualifizierung für Bildungsgang- und Fachteamleitungen an berufsbildenden Schulen in Niedersachsen, die das NLQ anbietet. Ich bin selbst gerade in der Ausbildung als Trainerin dort und diese zwei Tage waren für mich ein wichtiger Schritt in diesem Prozess.

Die Teilnehmenden waren Teamleitungen an BBS, Menschen, die Bildungsgang- oder Fachteams leiten und dabei eine Menge Verantwortung tragen. Die QBuFL setzt genau dort an, mit drei Basismodulen und einem Vertiefungsmodul, das wir gestaltet haben.

Die Agenda der zwei Tage haben wir als Kanban-Board visualisiert. Ich finde diese Form der Strukturierung schön, weil sie Orientierung gibt und gleichzeitig zeigt, dass hinter einem guten Tag immer eine bewusste Planung steckt:

Agenda für die beiden Tage als Kanban-Board

Tag 1: KI im Team: eine Führungsaufgabe

Am ersten Tag lag mein Schwerpunkt auf dem Thema KI. Dabei ging es mir vor allem um die Frage, wie Teamleitungen das Lernen im Kontext von KI in ihrem Team aktiv gestalten können. Ich erlebe in meiner Arbeit immer wieder, dass KI an Schulen entweder ignoriert oder sehr tool-lastig behandelt wird und beides greift zu kurz. Teamleitungen haben hier eine echte Gestaltungsaufgabe, die ich gerne sichtbar machen wollte.

Nach einem kurzen Input zur Orientierung in der KI-Debatte (was meint KI-Kompetenz, welche Dimensionen gibt es etc.), habe ich das AKTIV-Framework von Manuel Flick vorgestellt. Ich finde es sehr hilfreich, weil es Komplexität reduziert, ohne sie wegzudiskutieren. Die fünf Schritte von Ausprobieren & Anwenden über Kommunizieren & Klarheit schaffen bis hin zu Verändern & Mitgestalten geben eine gute Orientierung, wo man gerade steht und wo man sich entwicklungsperspektivisch hin entwickeln will.

Für die Arbeitsphase hatte ich ein Zine mit Leitfragen entwickelt, das die Teilnehmenden für einen Walk & Talk nutzen konnten. In 2er Teams entstanden intensive Gespräche darüber, was in den eigenen Teams gerade bezüglich KI passiert und was man sich wünschen würde. Am Ende hat jede Person einen konkreten nächsten Schritt formuliert, den sie zum Thema KI in ihrem Team gehen möchte.

Den Tag haben wir mit einer 3-2-1-Reflexion abgeschlossen: drei Erkenntnisse, zwei überraschende Dinge, eine offene Frage. Ich mag dieses Format, weil es das Nachdenken strukturiert, ohne es einzuengen.

Für mich habe ich mitgenommen, dass der Ablauf und die Inhalte gut abgestimmt waren, aber ich möchte beim nächsten Mal noch mutiger sein und die Inputphasen weiter kürzen. Der echte Mehrwert liegt im Denken der Teilnehmenden und dafür braucht es vor allem Freiraum.


Zum Start in den zweiten Tag hatte ich zu Yoga und Meditation vor dem Frühstück eingeladen. Ich habe diesen Impuls von Nele Hirsch übernommen und gebe ihn sehr gerne weiter, weil er etwas schafft, das im normalen Schulalltag oft fehlt: ein echtes und bewusstes Ankommen, bevor die Arbeit beginnt. Darüber hinaus schafft das gemeinsame Meditieren eine intensive Verbindung.

Mein inhaltlicher Schwerpunkt am zweiten Tag war die Konferenzkultur. Ich bin überzeugt, dass das ein massiv unterschätztes Thema ist. Die Gestaltung von Konferenzen sind ein wichtiger Hebel für die Schul- und Lernkultur. Sie zeigen, wie ein Team zusammenarbeitet, wie Konflikte gelöst werden, wie Entscheidungen fallen, ob Menschen sich gehört fühlen oder nicht. Teamleitungen haben hier weit mehr Gestaltungsmacht, als viele von ihnen ahnen und das war die Botschaft, die ich vermitteln wollte:

Wir sind mit einem Assoziationsspiel gestartet: Welches Wort oder welcher Hashtag fällt dir zum Thema Konferenz in der Schule ein? Die Antworten waren aufschlussreich: langweilig, unnötig, Agenda, Team. Ich finde einen Check-In, so wie wir ihn hier als Beispiel durchgeführt haben, sehr nützlich, weil er dreierlei leistet: er bietet einen Sprechanlass, er lässt die Teilnehmenden ankommen im Hier und Jetzt und er schafft Verbindung der Teilnehmenden untereinander. Aus meiner Sicht sehr hilfreich für den Start in eine gemeinsame Konferenz!

Als Methode haben wir dann den Kopfstand genutzt: Wie gestalten wir eine richtig schlechte Konferenz? Die Liste füllte sich schnell: kein klares Ziel, keine Agenda, jeder auf dem Handy, endlose Diskussionen ohne Ergebnis. Jede Person kannte das aus eigener Erfahrung, und genau deshalb fiel der Perspektivwechsel zur guten Konferenz anschließend so konkret und lebendig aus:

Ergebnisse aus dem Workshop zur Konferenzgestaltung

Danach haben die Teilnehmenden eine echte Konferenz geplant, die sie in nächster Zeit moderieren werden: mit Ziel, Struktur, Beteiligungsformat und bewusst gestalteter Atmosphäre. Das Feedback per 1-bis-5-Finger-Methode hat mir gezeigt, dass alle etwas Konkretes mitnehmen konnten, was mich sehr gefreut hat.

Ursprünglich war danach noch eine separate Session zum Thema Teamtag geplant. Auf Initiative eines Teilnehmers haben wir beide Arbeitsaufträge zusammengelegt: Wer wollte, plante einen Teamtag, wer wollte, eine Konferenz. Das war eine gute Entscheidung, die aus der Gruppe selbst kam. Die Teilnehmenden waren hochaktiv und haben ihre Ergebnisse anschließend in kleinen Pitches vorgestellt.

Abgeschlossen haben wir die zwei Tage mit einer Transferreflexion, bei der jede Person für sich gefragt hat:

Selbstreflexion am Ende der zwei Tage

Was ich mitnehme

Teamleitungen an BBS spielen eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Lernkultur an Schulen und in ihren Teams, für den Umgang mit Themen wie KI, für die Art, wie Zusammenarbeit gestaltet wird. Zwei Tage im Harz reichen natürlich nicht, um das alles zu klären. Aber sie können etwas in Bewegung bringen.

Für mich persönlich war es ein guter Schritt in meiner Trainerinnenausbildung. Ich habe viel mitgenommen über Workshopdesign.