Eine Methode, die sich in meiner Praxis bewährt hat, ist der digitale, interaktive Lernpfad. Heute möchte ich zeigen, wie ich das gestalte und warum das Tool Genially dafür aus meiner Sicht sehr geeignet ist.
Selbstgesteuert im eigenen Tempo
Ein Lernpfad ist mehr als eine digitale Materialsammlung. Es ist eine strukturierte, aber offene Lernumgebung. Der entscheidende Vorteil für die Schüler:innen:
- Individuelles Tempo: Wer mehr Zeit für ein Grundlagenmodul braucht, nimmt sie sich.
- Wahlmöglichkeiten: Ich kann im Pfad Abzweigungen einbauen. Die Lernenden können Schwerpunkte selbst wählen oder Themen vertiefen, die sie besonders interessieren, während sie andere Bereiche nur grundlegend bearbeiten.
Diese Wahlfreiheit fördert in meinen Beobachtungen die Lernmotivation.
Um solche Pfade zu bauen, nutze ich sehr gerne das Online-Tool Genially. Für alle, die es noch nicht kennen: Genially ist ein webbasiertes Tool, mit dem man interaktive Inhalte erstellen kann, von Präsentationen über Infografiken bis hin zu kompletten Gamification-Einheiten (wie z.B. digitale Escape Rooms).
Im Gegensatz zu einer linearen PowerPoint-Präsentation lebt Genially von der Interaktivität. Ich kann beliebige Elemente auf einer „Folie“ mit Aktionen verknüpfen. Ein Klick auf ein Bild öffnet ein vertiefendes Video, ein Klick auf einen Button führt zu einer Verzweigung im Pfad oder zu einem kleinen Quiz.
Es ermöglicht mir, komplexe Strukturen visuell ansprechend und intuitiv bedienbar zu machen. Und ein riesiger Praxis-Vorteil für mich als Lehrkraft: Einmal erstellt, kann ich einen Lernpfad mit wenigen Klicks duplizieren und für eine andere Lerngruppe anpassen.
Ein digitales Tool allein macht noch keinen guten Unterricht. Entscheidend ist, wie es eingebettet wird. Ich nutze für die Arbeit mit Lernpfaden meist eine feste Struktur, eine Art Sandwich:
1. Der gemeinsame Check-in:
- Ein kurzer Überblick oder ein informierender Impulsvortrag (von mir oder Schüler:innen) holt alle thematisch ab.
- Wir formulieren Ziele für den Tag.
- Eine kurze Austauschphase. Wo stehe ich gerade im Pfad? Was habe ich schon erarbeitet? Wo hakt es?
2. Die Arbeitsphase: Jetzt arbeiten die Schüler:innen selbstgesteuert an ihrem Lernpfad in Genially. Meine Rolle wechselt zur Lernbegleiterin, die für individuelle Fragen zur Verfügung steht oder Schüler:innen unterstützt.
3. Der gemeinsame Check-out:
- Was habe ich heute eigentlich gelernt? (Reflexion)
- Ein kurzes Abschluss-Quiz für alle.
- Vorstellung von Zwischenergebnissen oder Peer-Feedback zu entstandenen Ergebnissen.
Hier teile ich einen solchen Lernpfad mit dir. Du kannst ihn nutzen und für deine Lernsettings anpassen:
