In diesem Artikel fasse ich die Gedanken der Teilnehmenden des DigiDays des Studienseminars Oldenburg zusammen, der gestern, am 10.12.2025 in der BBS Ammerland stattgefunden hat. Über den Ablauf des Tages habe ich hier gebloggt.
Ich habe die Ergebnisse fotografiert und sie einem Sprachmodell gegeben, das mir bei der Zusammenfassung sehr geholfen hat.
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Spannung zwischen Sorge und Gestaltungswillen. Digitalisierung wird nicht als Technikthema erlebt, sondern als Wandel unserer Lernkultur.
1. Drei Farben – ein schnelles Stimmungsbild

Die Sorgen konzentrieren sich auf ein Thema: Verlust von Lern- und Denkprozessen.
- SuS denken weniger selbstständig.
- Rechtschreibung und Grammatik geraten in den Hintergrund.
- KI ersetzt Lernprozesse statt sie zu fördern.
Hinzu kommen: Ablenkung durch Geräte, technische Unsicherheiten, Zeitmangel für Medienbildung und Prüfungsformate, die mit KI nicht mehr funktionieren.
Grüne Karten: Chancen
Genauso stark waren die positiven Perspektiven:
- Arbeitserleichterung und Zeitgewinn für Lehrkräfte
- Binnendifferenzierung und individuelle Lernbegleitung
- mehr Motivation durch zeitgemäße Lernangebote
- selbstständigeres Lernen
- kreative Impulse, Ideenfindung, Future Skills
Die Chancen zeigen: Digitalität wird als Möglichkeit verstanden, Lernen besser und individueller zu gestalten.
Weiße Karten: Sessionideen
Die Themenwünsche für die Sessions waren sehr praktisch:
- KI für Unterrichtsvorbereitung und Materialerstellung
- KI gezielt im Unterricht einsetzen
- Orientierung im Tool-Dschungel
- Leistungsbewertung im KI-Zeitalter
- Risiken und Fallstricke
Der Wunsch nach Handlungswissen war hier besonders deutlich.
2. Veränderung will gestaltet werden: Was haben die Gruppen festgehalten?

1. Wie erleben wir Lernen in der Digitalität?
Vor allem als unsicheren Zwischenraum: viel Ablenkung, hohe Geschwindigkeit, ungleiche Voraussetzungen, aber auch erste konkrete Impulse zur Neugestaltung.
Digitalität wird derzeit eher bewältigt, als dass sie selbstbewusst gestaltet wird.
2. Wie kann KI Lernprozesse unterstützen?
Die vielleicht stärkste Erkenntnis des Tages:
KI soll nicht für Lernende arbeiten, sondern mit ihnen.
Die Gruppen beschrieben KI als
- Lernpartner
- Strukturhilfe
- Ideengeber
- Werkzeug für Differenzierung
Zentral: KI braucht Transparenz und kritische Reflexion.
3. Wie gestalten wir Veränderung?
Hier wurde ein anderer Ton sichtbar: Veränderung gelingt durch Haltung, nicht durch Technik.
Wichtige Begriffe:
- Mut
- Trial and Error
- Sharing is caring
- Ent-Hierarchisierung
- Vernetzung
Auffällig: Die Idee, Lernende als Mitgestaltende zu verstehen, nicht als reine Empfänger.
3. Was das alles gemeinsam sagt
Die Ergebnisse zeigen etwas sehr Deutliches:
Die größte Herausforderung liegt nicht in der Technik, sondern in der Lernkultur.
Die Referendar:innen benennen Risiken klar, sehen aber ebenso klar die Chancen.
Sie sind kritisch, reflektiert und suchend, aber bereit, Schule neu zu denken.
Digitalität wird als Spannungsfeld erlebt, aber auch als Raum für Möglichkeiten, wenn wir bereit sind, Lernprozesse, Erfahrungen und Ideen offen zu teilen.